Gratis-Ökonomie und Kostnixläden (Andreas Exner, W.E.G.)

Ein Kostnixladen funktioniert nach dem Prinzip der Gratis-Ökonomie: In seinen Regalen und Kästen liegen allerlei nützliche Dinge, die dem Laden von freundlichen Personen unentgeltlich überlassen werden. Wer davon etwas braucht, nimmt es sich. Dafür muss man weder bezahlen noch sonst irgendeine Gegenleistung erbringen. Allerdings wird dem möglichen Missbrauch durch Schnäppchenjäger, die sich hier günstig für ihren kommerziellen Laden oder Flohmarktstand eindecken wollen, ein Riegel vorgeschoben. Deshalb gilt in vielen Kostnixläden die „3-Teile-Regel“: Bei jedem Besuch können bis zu 3 Gegenstände mitgenommen werden. Sollte jemand täglich vorbeikommen und immer nur nehmen wollen, wird diese Person darauf angesprochen, ob sie nicht auch selbst etwas beitragen möchte.

Im Kostnixladen werden keine „Leistungen“ verrechnet und es wird auch nicht getauscht. Sein Herz ist vielmehr die wechselseitige Unterstützung, die gemeinschaftliche Kooperation. Diese Art der Kooperation verträgt kommerziellen Missbrauch nicht.

Ein wichtiger Punkt: Es gibt im Rahmen eines Kostnixladens keine Selektion oder Zuteilung nach sozialer Bedürftigkeit. Der Laden wird integrativ geführt, d.h. er ist keine Abstellnische für Randgruppen, sondern lebt aus dem Prinzip heraus, dass die Gemeinschaft von allen ihren Mitgliedern getragen wird. Er ist somit auch ein sozialer Treffpunkt für Menschen, die sich wechselseitig helfen.